Feeds:
Posts
Comments

Archive for October, 2008

Bonhoeffer to Bethge 5 May 1944

Noch ein paar Wörte zu den Gedanken über die “Religionslosigkeit”.  Du erinnerst Dich wohl des Bultmann’schen Aufsatzes über “Entmythologisierung des Neuen Testaments”.

Meine Meinung dazu würde heute die sein, daß er nicht “zu weit”, wie die meisten meinten, sondern zu wenig weit gegangen ist.

Nicht nur “mythologische” Begriffe wie Wunder, Himmelfahrt etc. (die sich ja doch nicht prinzipiell von den Begriffen Gott, Glauben etc. trennen lassen!), sondern die “religiösen” Begriffe schlechthin sind problematisch.  Man kann nicht Gott und Wunder voneinander trennen (wie Bultmann) meint), aber man muß beide “nicht-religiös” interpretieren und verkündigen können.  Bultmann’s Ansatz ist eben im Grund doch liberal (d.h. das Evangelium verkürzend), während ich theologisch denken will.

Hauptwörter
der Aufsatz essay
der Ansatz approach
der Begriff concept
die Entmythologisierung demythologizing
der Gedanke thought, idea, thinking
der Glaube faith
die Himmelfahrt the Ascension
die Meinung opinion
das Wunder miracle

Zeitwörter
gehen, ist gegangen go
meinen think

trennen separate, detach; sich trennen lassen may be separated
verkündigen proclaim, preach
werden become; würde … sein would be

Andere Wörter
Bultmann’sch Bultmann’s
dazu to that, on that
eben only, just
schlechthin absolutely, as such
verkürzend abridged
voneinander from each other
zu weit too far; zu wenig weit not far enough
Advertisements

Read Full Post »

Damals und damals überall hätte ich die Aufmunterung gebraucht.  Ich war ja schon niedergedrückt durch Deine blosse Körperlichkeit.  Ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie wir uns öfters zusammen in einer Kabine auszogen.  Ich mager, schwach, schmal, Du stark, gross, breit.  Schon in der Kabine kam ich mir jämmerlich vor, und zwar nicht nur vor Dir, sondern vor der ganzen Welt, denn Du warst für mich das Mass aller Dinge.

Traten wir dann aber aus der Kabine vor die Leute hinaus, ich an Deiner Hand, ein kleines Gerippe, unsicher, blossfüssig auf den Planken, in Angst vor dem Wasser, unfähig Deine Schwimmbewegungen nachzumachen, die Du mir in guter Absicht, aber tatsächlich zu meiner tiefer Beschämung immerfort vormachtest, dan war ich sehr verzweifelt und alle meine schlimmen Erfahrungen auf allen Gebieten stimmten in solchen Augenblicken grossartig zusammen.

. . .

Dem entsprach weiter Deine geistige Oberherrschaft.  Du hattest Dich allein durch eigene Kraft so hoch hinaufgearbeitet, infolgedessen hattest Du unbeschränktes Vertrauen zu Deiner Meinung. . . . In Deinem Lehnstuhl regiertest Du die Welt.  Deine Meinung war richtig, jede andere war verrückt, überspannt, meschugge, nicht normal.

. . .

Der Mut, die Entschlosenheit, die Zuversicht, die Freude an dem und jenem hielten nicht bis zum Ende aus, wenn Du dagegen warst . . .

Hauptwörter

die Absicht intention, intent
der Augenblick moment
die Aufmunterung cheering up, encouragement
die Beschämung shame, humiliation
die Dinge thing
die Entschlosenheit determination
die Freude joy
das Gebiet sphere, area
das Gerippe skeleton
die Körperlichkeit physical presence
die Kabine locker room
der Lehnstuhl easy chair
das Mass measure
die Meinung opinion
die Mut courage
die Oberherrschaft supremacy
die Planke plank, board
die Schwimmbewegung swim motion, swimming strokes
das Vertrauen trust, confidence
die Zuversicht confidence, optimism

Zeitwörter

ausziehen, -zog, -gezogen undress
entsprechen, -sprach, -sprochen correspond to, agree with, comply with
geschehen, geschah happen
genügen suffice, be enough
hinauf/arbeiten work up, work one’s way up (the ladder of success)
hinaustreten, -trat, getreten step out
nachmachen immitate

niederdrücken press down, oppress, depress
stimmen tune, be in tune, fit, be true
regieren rule
verzweifeln despair
vorkommen, -kam be found, happen, seem
vormachen show how

Andere Wörter

an dem und jenem in this and that
blosse bare, mere
blossfüssig barefoot
breit broad
dagegen against it
damals back then, at that time
eigen one’s own
geistig intellectual
grossartig grand, great, splendid
infolgedessen as a result of this, consequently
jämmerlich miserable
mager lean
meschugge (Yiddish) crazy
schlimm bad
schmal meager
schon already, even
schwach weak
tatsächlich actual/ly, real/ly, in fact
tief deep
überspannt extravagant, outlandish
unbeschränkt absolute, unrestricted
unfähig incapable, unable, incompetent
verrückt mad, crazy
zwar in fact, to be sure

Read Full Post »

Direkt erinnere ich mich nur an einen Vorfall aus den ersten Jahren.  Du erinnerst Dich vielleicht auch daran.  Ich winselte einmal in der Nacht immerfort um Wasser, gewiss nicht aus Durst, sondern wahrscheinlich teils um zu ärgern, teils um mich zu unterhalten.  Nachdem einige starke Drohungen nicht geholfen hatten, nahmst Du mich aus dem Bett, trugst mich auf die Pawlatsche und liessest mich dort allein vor der geschlossenen Tür ein Weilchen im Hemd stehn.  . . . Ich war damals nachher wohl schon folgsam, aber ich hatte einen inneren Schaden davon.

Das für mich Selbstverständliche des sinnlosen Ums-Wasser-Bittens und das ausserordentlich Schreckliche des Hinausgetragenwerdens konnte ich meiner Natur nach niemals in die richtige Verbindung bringen.  Noch nach Jahren litt ich unter der quälenden Vortellung, dass der riesige Mann, mein Vater, die letzte Instanz, fast ohne Grund kommen und mich in der Nacht aus dem Bett auf die Pawlatsche tragen konnte und dass ich also ein solches Nichts für ihn war.

Das war damals ein kleiner Anfang, aber dieses mich oft beherrschende Gefühl der Nichtigkeit . . . stammt vielfach von Deinem Einfluss.  Ich hätte ein wenig Aufmunterung, ein wenig Freundlichkeit, ein wenig Offenhalten meines Wegs gebraucht . . .

Hauptwörter

der Anfang beginning, start
die Aufmunterung cheering up
die Drohung threat
der Durst thirst
der Einfluss influence
die Freundlichkeit friendliness
das Gefühl feeling
der Grund reason, basis
das Hemd shirt, undershirt, nightshirt
das Hinausgetragenwerden being carried outside
das Jahr, die Jahren year
die Nacht night
das Nichts nothing
die Nichtigkeit nothingness
das Offenhalten opening, keeping open
die Pawlatsche, Czech Pavlatche, “the long balcony in the inner courtyard of old houses in Prague” (Kafka site)
der Schaden injury, damage, harm
das Schreckliche terror, horror
das Selbstverständliche what is obvious, obvious fact
die Tür door
Ums-Wasser-Bitten asking for water
die Verbindung connection
der Vorfall incident
die Vorstellung idea, image
das Wasser water
das Weilchen little while

Zeitwörter

ärgern annoy
brauchen, gebraucht need; Ich hätte . . . brauchen I could have needed
sich erinneren remember
helfen, half, geholfen help
nehmen, nahm, genommen take
steh(e)n stand
stammen come from
tragen, trug carry
unterhalten maintain, support, entertain
winseln wimper, whine

Andere Wörter

ausserordentlich extraordinary, unusual, inordinant
beherrschend dominating
damals then
davon from it
folgsam obedient
geschlossen closed
gewiss certain
immerfort evermore
nachher afterwards
niemals never
quälend tormenting
riesig gigantic
teils in part
um for; ums=um das
vielfach multiple
wahrscheinlich probably

Read Full Post »

The University of Iowa has a really nice online phonetics tutorial for English, German, and Spanish.  Just click on the German flag, and you can see a diagram of the speech organs, along with a closeup of a native speaker, and audio for the individual sounds of the language, and representative words.  Thanks to my student Megan Baehr for finding this resource.

Read Full Post »

Miezekatz

Miezekatz

This is my grandson’s favorite German book.  Assuming you are familiar with the English rhyme “Pussy cat, pussy cat” you won’t need much vocabulary help with the following selection.

But let’s make a little contest of it–who can list the most grammatical and vocabulary items this little verse helps us remember?

Miezekatz, Miezekatz, wo gehst du hin?

Ich gehe nach London zur Königin.

Read Full Post »

I have provided the vocabulary for the post below–but no one has yet solved the mystery.  I would have thought Dave Black or one of his graduate students would have traced down the source by now.

Read Full Post »