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Jan 23, 1944 to Eberhard Bethge from Tegel

Bonhoeffer discusses “Bildung,” education as character formation.  He seems to be using “Bildung” in the sense of Werner Jaeger’s exposition of the Greek concept of Paideia.  Jaeger taught at Berlin until 1936, when he migrated to the U.S. with his Jewish wife.  The first volume of Jaeger’s Paideia was published in 1934.

Deine Erinnerung an Sokrates zum Thema Bildung und Tod ist vielleicht sehr fruchtbar. Ich muß darüber noch nachdenken. Klar ist mir an dem ganzen Problem eigentlich nur, daß eine, “Bildung”, die in der Gefahr versagt, keine ist. Bildung muß der Gefahr und dem Tod gegenübertreten können –

“impavidum ferient ruinae” (Horaz)

(“einen Unerschrockenen werden die Ruinen treffen”) –

wenn sie ihn auch nicht “überwinden” kann; was heißt überwinden? Im Gericht die Vergebung, im Schrecken die Freude finden? Aber darüber müssen wir noch mehr sprechen. [ . . . ]

die Bildung education, character formation
die Erinnerung memory, remembering
die Freude joy, pleasure
die Gefahr danger
das Gericht court, judgment
der Schreck fright
das Thema theme
der Tod death
der Unerschrocken fearless man (adj as noun); < erschrocken ppc of erschrecken frighten
die Vergebung forgiveness

gegenübertreten face
heiße call, mean
nachdenken reflect
treffen hit, find, reach, meet
überwinden overcome
versagen fail

darüber about this
fruchtbar fruitful
klar clear
vielleicht perhaps

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Ostersonntag April 25, 1943 (Tegel)

[. . .] Heute ist endlich der 10. Tag wieder da, an dem ich Euch immer schreiben darf, und wie gern würde ich Euch wissen lassen, daß ich auch hier ein frohes Ostern feiere. Es ist das Befreiende von Karfreitag und Ostern, daß die Gedanken weit über das persönliche Geschick hinausgerissen werden zum letzten Sinn alles Lebens, Leidens und Geschehens überhaupt und daß man eine große Hoffnung faßt.

Seit gestern ist es wunderbar still im Haus geworden. “Frohe Ostern” hörte man viele einander zurufen und neidlos gönnt man jedem, der hier schweren Dienst versieht, die Erfüllung dieses Wunsches.

Am Karfreitag war Marias Geburtstag. Wenn ich nicht wüßte, mit wie festem Herzen sie im vorigen Jahr den Tod ihres Vaters, ihres Bruders und zweier besonders geliebter Vettern getragen hat, dan wäre mir wirklich bange um sie. Nun wird Ostern sie trösten, ihre große Familie wird ihr sehr beistehen und ihre Arbeit im Roten Kreuz beansprucht sie ganz.

Grüßt sie sehr, sagt ihr, daß ich mich sehr nach ihre sehne, daß sie aber nicht traurig, sondern tapfer sein soll wie bisher. Sie ist eben noch so sehr jung, da ist das schwer.

die Arbeit work
das Befreiende (ptc as noun) liberating, freeing thing
der Dienst service
die Erfüllung fulfillment
der Geburtstag birthday
das Gedanken thought
das Geschehen event, what happens or has happened
das Geschick fate, fortune
das Haus refers to the prison
das Herz heart
die Hoffnung hope
das Jahr year
das Leben life
das Leiden suffering
der Karfreitag Good Friday
das Ostern Easter
Rote Kreuz Red Cross
der Vetter (male) cousin; (female cousin is die Kusine)
Wunsch, Wünschen wish

 

beanspruchen occupy
beistehen stand by
durfen, darf (1 sg pres) may, be allowed to
fassen, faßt (3 sg pres) grasp, take, hold
gönnen allow, permit; not begrudge
hinausreißen –gerissen (ppc) tear out; ppc torn out, removed from
hören, hörte (subj “one could hear”; or past “one heard”)
lassen allow, let
(zu)rufen call
schreiben write
sehnen nach long for
tragen bear
trösten console
versehen, versieht (3 sg press) supply, provide
wäre (impf subj of sein) “then I would be”
werden, wird (3 sg pres), ist geworden (pres pf) become; also aux for future
wissen, wüßte (impf subj) “If I didn’t know . . .”

bange um anxious for
da there, here
endlich finally
geliebte beloved
gern gladly
gestern yesterday
letzten final
neidlos with no envy
sondern but
still quiet
schwer hard, difficult; das schwer the hard thing
tapfer brave
traurig sad
weit wide, far
wieder again
10. zehnte(-r, -s) B. was allowed to send a letter every ten days

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2. Advent (Dec 5, 1943) from Tegel [85]

Ja, ich glaube, die stärkste Autorität bildet sich durch solche Haltung, — wenn sie* nicht nur Schau getragen, sondern echt und selbstverständlich ist. Die Menschen suchen einen ruhenden Pol und richten sich nach ihm* aus. Ich glaube, Draufgängertypen sind wir beide nicht, aber das hat mit dem Herzen, das durch Gnade fest wird, auch nichts zu tun.

der Draufgängertyp daredevil type
die Gnade grace
die Haltung posture; attitude
das Herz heart
der Pol pole; ruhende Pol, resting place
Die Schau show, exhibition

aus/richten line up, align, orient; get in line
bilden sich form, shape, educate oneself (translate reflexive as passive: is established; see page on reflexive verbs)
glauben
believe
ruhen rest
suchen look for
tragen carry, bear, wear (Schau getragen, worn as a show)
tun do
werden (3 sg wird) become (werden is usually used as an auxiliary, but here with a predicate adjective)

echt genuine
fest
firm, solid, stable
jeder
every
jeweils each; at a time
selbstverständlich natural
stärk strong; stärkste (superlative) strongest

*N.B. The pronoun sie refers to the feminine noun Autorität or Haltung, and must be translated “it” in English. Likewise, ihm* refers to the masculine noun Pol.

[86]

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