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Simone de Beauvoir

Anatomie ist Schicksal,

hatte Siegmund Freud gesagt . . .

Wie kann die Frau aus solchen biologischen Fesseln befreit werden? . . .

Es began mit Simone de Beauvoirs berühmten Buch »Das andere Geschlecht«, 1949, setzte sich mit Betty Friedans “Weiblichkeitswahn”, 1963, fort und fand einen vorläufigen Abschluß mit Kate Millets Standardwerk “Sexus und Herrschaft”, 1969.  Dies letzte Buch hat man mit Karl Marx’ Kapital verglichen und in die Reihe der größeren aufklärenden Werke über die Vormünder unserer Gesellschaft gestellt.

Den bis heute viel zitierten lapidaren Satz “Anatomie ist Schicksal”, konterte nun Simone de Beauvoir mit den ebenso lapidaren Satz:

“Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es”.

Die Frau ist

“keine Schöpfung der Natur, sondern ein Zivilisationsprodukt”

. . .

Simone de Beauvoir ist heute die große alte Dame der Frauenbewegung, deren Geschichte schon fast Legende ist.  Sie tat immer das Unkonventionelle, Unangemessene.  Sie begeisterte sich für die UdSSR selbst zu Stalins Zeiten.  Sie vertrat den Existentialismus, als der mit ihrem Sozialismus gar nicht harmonierte.  Sie marschierte als bürgerliche Dame mit den Studenten in den Pariser Studentenrevolten der sechziger Jahre Arm in Arm.  Sie lebt seit Jahrzehnten ehelos mit dem Philosophen Sartre zusammen, auch schon zu Zeiten, als alle Welt verheiratet war.  Und sie tat das immer in der groß bürgerlichen Haltung, mit aufgestecktem Haar und gepflegter Kleidung, wie es ihr als Kind anerzogen war.

Hauptwörter
der Abschluß conclusion, completion
die Fessel chain, fetter
die Geschichte history
die Gesellschaft society
die Herrschaft domination
das Jahrzehnt decade
die Kleidung clothing
die Reihe row, line
der Satz sentence, saying, statement
das Schicksal fate
das Unangemessene improper behavior
die UdSSR the USSR
der Vormund guardian
der Wahn illusion, delusion
der Weiblichkeitswahn (transl of) The Feminine Mystique
die Zeit time

Zeitwörter
begeistern sich be enthusiastic
fort/setzen sich be carried forward
kontern counter
marschieren march
stellen, gestellt place
tun, tat, getan do
vergleichen, verglich compare
vertreten support a view
werden, wird become
zitieren cite
Andere Wörter
anerzogen acquired
aufgesteckt pulled back, put up
aufklärend illuminating
befreit free, liberated
berühmt famous
bürgerlich middle-class
ebenso just as, equally
ehelos unmarried
gepflegt well-groomed, trim, dapper
größer greater
lapidaren lapidary (inscribed in stone), terse
sechzig sixty
verheiratet married
vorläufig provisional, temporary, for the time being
zusammen together

More: Simone de Beauvoir, Betty Friedan, Kate Millett.

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Von »Führung« Kann man erst jenseits dieses zweifachen Vorgangs sprechen, Gott begegnet uns nicht mehr als Du, sondern auch »vermummt« im »Es« und in meiner Frage geht es also im Grunde darum, wie wir in diesem »Es« (»Schicksal«) das »Du« finden, oder, mit anderen Worten: wie aus dem »Schicksal« wirklich »Führung« wird. Die Grenzen zwischen Widerstand und Ergebung sind also prinzipiell nicht zu bestimmen; aber es muß beides da sein und beides mit Entschlossenheit ergriffen werden.

die Entschlossenheit determination, resoluteness
die Führung leadership, (divine) guidance
der Grund reason, cause, ground; im Grunde, actually
der Vorgang process, event

begegnen meet
bestimmen define, determine, decide
vermummen wrap up, disguise
darum geht es that is the point

erst first; here “only after”
ergriffen moved
jenseits on the other side of, beyond
prinzipiell as a matter of principle, as an abstract principle
zweifach double

N.B. In 1923, Martin Buber’s Ich und Du was published (the same year as Freud’s Das Ich und das Es–a great year for pronouns!) Buber argued that we encounter another person (and God) as a ‘Du’ and not as an ‘Es.’ Tillich would later argue that we can never speak of God as an “object,” but only as a subject.

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Selections from Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung (Chr. Kaiser Verlages München, 1951)

February 21, 1944

Ich habe mir hier oft Gedanken darüber gemacht, wo die Grenzen zwischen dem notwendigen Widerstand gegen das »Schicksal« und der ebenso notwendigen Ergebung liegen. Der Don Quijote ist das Symbol für die Fortsetzung des Widerstandes bis zum Widersinn, ja zum Wahnsinn—ähnlich Michael Kohlhass, der über der Forderung nach seinem Recht zum Schuldigen wird . . . der Widerstand verliert bei beiden letztlich seinen realen Sinn und verflüchtigt sich ins Theoretisch-Phantastische; der Sancho Pansa ist der Repräsentant des satten und schlauen Sichabfindens mit dem Gegebenen.

Nouns

die Ergebung surrender, submission, acceptance
die Forderung demand, (legal) claim
die Fortsetzung continuation, sequel
das Gegeben the given: -enen (pl) things as they are
der Gedanke thought, idea
die Grenze border, boundary
das Schicksal fate
der Schuldige guilty person, culprit, offender
das Sichabfinden (inf < sich abfinden) accommodation with; acceptance of
der Sinn sense
der Wahnsinn insanity, lunacy
der Widerstand resistance
Widerstand leisten offer resistance to (dat)
der Widersinn absurdity (contradiction)

Verbs

machen/gemacht make, do; Gedanken machen = denken, think
liegen lie (Ger often uses “lies” where Engl uses “is”)
verlieren (vt) lose
verflüchtigen (sich) (vt, vr) evaporate, disappear
werden/wird become

adj, adv, prep, conj

ähnlich similar to
beiden both
bis zum (zu dem)
to the point of
darüber concerning (over) this
ebenso equally, just as, as well as
gegen against
ins in+das, here “into”
letztlich lastly, finally, in the end
notwendig necessary
satt full
schlau clever, smart
zwischen between

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