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Posts Tagged ‘Good Friday’

Selections from Evangelisches Gesangbuch

O Welt, sich hier dein Leben
am Stamm des Kreuzes schweben
dein Heil sinkt in den Tod.
Der große Fürst der Ehren
läßt willig sich beschweren
mit Schlägen, Hohn und großem Spott.
(Paul Gerhardt 1647)

Laßt uns alle vor seinem Kreuze schweigen;
wir alle sind anders als er
und sind vor ihm alle schuldig.
(Stefan Andres)

O Mensch, bewein dein Sünde groß,
darum Christus seins Vaters Schoß
äußert und kam auf Erden;

von einer Jungfrau rein und zart
für uns hier geboren ward,
er wollt der Mittler werden.

Den Toten er das Leben gab
und tat dabei all Krankheit ab,
bis sich die Zeit her drange
daß er für uns geopfert würd,
trüg unsrer Sünden schwere
Bürd wohl an dem Kreuze lange.
(Sebald Heyden um 1530)

Hauptwörter

die Bürde burden
die Ehre honor
die Erde earth
der Fürst prince
das Heil wellbeing, salvation
der Hohn scorn, derision
die Jungfrau virgin
der Kreuz cross
der Mittler mediator
der Schlag, die Schläge (pl) blow, stroke
der Schoß bosom
der Spott mockery, ridicule
der Stamm (tree) trunk
die Sünde sin

Zeitwörter

ab/tun, -tat dismiss
äußern utter, express
beschweren weigh down
beweinen mourn, lament
opfern, geopfert sacrifice
geben, gab give
dringen, drang penetrate, press, reach
lassen, läßt leave, let, allow
schweben float
schweigen be silent, be still
tragen, trüg carry, bear
werden, wird, ward become, (helping verb with passive)
wollen will, desire

Andere Wörter

anders different
bisher up to now, so far
rein pure
schwer heavy, difficult
schuldig guilty
zart tender, gentle

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Ostersonntag April 25, 1943 (Tegel)

[. . .] Heute ist endlich der 10. Tag wieder da, an dem ich Euch immer schreiben darf, und wie gern würde ich Euch wissen lassen, daß ich auch hier ein frohes Ostern feiere. Es ist das Befreiende von Karfreitag und Ostern, daß die Gedanken weit über das persönliche Geschick hinausgerissen werden zum letzten Sinn alles Lebens, Leidens und Geschehens überhaupt und daß man eine große Hoffnung faßt.

Seit gestern ist es wunderbar still im Haus geworden. “Frohe Ostern” hörte man viele einander zurufen und neidlos gönnt man jedem, der hier schweren Dienst versieht, die Erfüllung dieses Wunsches.

Am Karfreitag war Marias Geburtstag. Wenn ich nicht wüßte, mit wie festem Herzen sie im vorigen Jahr den Tod ihres Vaters, ihres Bruders und zweier besonders geliebter Vettern getragen hat, dan wäre mir wirklich bange um sie. Nun wird Ostern sie trösten, ihre große Familie wird ihr sehr beistehen und ihre Arbeit im Roten Kreuz beansprucht sie ganz.

Grüßt sie sehr, sagt ihr, daß ich mich sehr nach ihre sehne, daß sie aber nicht traurig, sondern tapfer sein soll wie bisher. Sie ist eben noch so sehr jung, da ist das schwer.

die Arbeit work
das Befreiende (ptc as noun) liberating, freeing thing
der Dienst service
die Erfüllung fulfillment
der Geburtstag birthday
das Gedanken thought
das Geschehen event, what happens or has happened
das Geschick fate, fortune
das Haus refers to the prison
das Herz heart
die Hoffnung hope
das Jahr year
das Leben life
das Leiden suffering
der Karfreitag Good Friday
das Ostern Easter
Rote Kreuz Red Cross
der Vetter (male) cousin; (female cousin is die Kusine)
Wunsch, Wünschen wish

 

beanspruchen occupy
beistehen stand by
durfen, darf (1 sg pres) may, be allowed to
fassen, faßt (3 sg pres) grasp, take, hold
gönnen allow, permit; not begrudge
hinausreißen –gerissen (ppc) tear out; ppc torn out, removed from
hören, hörte (subj “one could hear”; or past “one heard”)
lassen allow, let
(zu)rufen call
schreiben write
sehnen nach long for
tragen bear
trösten console
versehen, versieht (3 sg press) supply, provide
wäre (impf subj of sein) “then I would be”
werden, wird (3 sg pres), ist geworden (pres pf) become; also aux for future
wissen, wüßte (impf subj) “If I didn’t know . . .”

bange um anxious for
da there, here
endlich finally
geliebte beloved
gern gladly
gestern yesterday
letzten final
neidlos with no envy
sondern but
still quiet
schwer hard, difficult; das schwer the hard thing
tapfer brave
traurig sad
weit wide, far
wieder again
10. zehnte(-r, -s) B. was allowed to send a letter every ten days

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April 25, 1943 (Easter Sunday)

Maria stayed with Bonhoeffer’s family during the early days of his imprisonment. Later she returned to Patzig to help take care of her grandmother. Dietrich was allowed to write one one-page letter every four days. (Later guards befriended him and smuggled a more extensive correspondence in and out for him.) This letter is to his parents.

Am Karfreitag war Marias Geburtstag. Wenn ich nicht wüßte, mit wie festem Herzen sie im vorigen Jahr den Tod ihres Vaters, ihres Bruders und zweier besonders geliebter Vettern getragen hat, dann wäre mir wirklich bange um sie. Nun wird Ostern sie trösten, ihre große Familie wird ihr sehr beistehen und ihre Arbeit im Roten Kreuz beansprucht sie ganz. Grüßt sie sehr, sagt ihr, daß ich mich sehr nach ihr sehne, daß sie aber nicht traurig, sondern tapfer sein soll wie bisher. Sie ist eben noch so sehr jung, da ist das schwer. [. . .]

Übrigens wüßte ich gern, wie es Marias Großmutter geht. Bitte verheimlicht mir nicht, wenn sie gestorben ist. Maria und ich haben beide sehr an ihr gehangen. [. . .]

Es wäre doch eine große Beruhigung für mich, wenn Maria einmal einen Tag in aller Ruhe bei Euch wäre. Laßt sie und auch Renate diesen Brief doch lesen! [. . .]

die Beruhigung reassurance, calming thing
der Karfreitag Good Friday, (on April 23 in 1943)
das Ostern Easter
Renate Bonhoeffer’s niece, who married Eberhard Bethge
das Rote Kreuz Red Cross
die Ruhe rest, quiet
der Tod death
der Vetter cousin

beanspruchen claim, occupy, take up (time)
beistehen stand by, stay with
hängen, hing, gehangen hang, be attached to (an)
lassen let, allow, have someone do something, have something done
lesen read

sehnen sich (v.r) long for
sterben die; ist gestorben has died
trösten console
verheimlichen hide from
wäre (imperfect subjunctive in unreal condition) “would be”; es wäre it would be
wenn if
wissen know

  • wüßte (imperfect subjunctive in unreal condition): “If I didn’t know . . .”;
  • in independent clause polite: “I would like to know”

 

alle/r/s all, complete
bange um worried about
beide both
bisher until now
fest firm
schwer difficult
tapfer brave
traurig sad
übrigens by the way
vorig previous

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(For full text and audio, go to Radio Vaticana)

AP: Kreuzestheologie. Ihr 2. großes Werk trägt den Titel: der Gekreuzigte Gott. Besteht zwischen Ihrer «Theologie der Hoffnung» und Ihrer «Theologie des Kreuzes» eine Spannung?

JM: Eigentlich nicht. Der Ursprung des Christentums ist das Kreuz Christi und die Auferstehung Christi. Also: Karfreitag und Ostermorgen. Mit der Theologie der Hoffnung war ich von der Auferstehung Christi und der Theologie von Ostern ausgegangen. Ich mußte zurückkommen auf die andere Seite der Theologie der Hoffnung; nämlich die Theologie des Kreuzes. Und im Kreuz sieht man die Schmerzen der Liebe Gottes zu uns, der uns so weit nachgeht, dass er unsere Schmerzen und unseren Kummer teilt, um uns zum Sieg zu führen.

 

die Auferstehung resurrection
das Christentum Christianity
der Karfreitag Good Friday
das Kreuz cross
der Kummer grief, sorrow
die Liebe love
der Ostermorgen Easter morning
der Schmerz-es-en pain
der Sieg victory
die Spannung tension
der Ursprung origin, source

ausgehen (eusgegangen sein)procede from
besthehen exist, be
führen lead
mußen must; mußte (past tense) ich mußte I had to . . .
nachgehen follow, go
sehen/sieht (3sg) see
teilen divide, share
tragen/trägt carry, bear
zurückkommen come back

also therefore
eigentlich actually, really
gekreuzigt crucified
groß great
nämlich namely
weit far
zwischen between
2. zweit(es) second

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