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Dec 18, 1943 to Eberhard Bethge (1 of 2)

Vor allem darf man nie dem self-pity, dem Sichselbstbemitleiden, verfallen. Und was nun schließlich die christliche Seite der Sache betrifft, so sagt der Vers

. . . . daß nicht vergessen werde,
was man so gern vergißt,
daß diese arme Erde
nicht unsre Heimat ist

wohl etwas Wesentliches, aber doch nur etwas Allerletztes. Ich glaube, wir sollen Gott in unserem Leben und in dem, was er uns an Gutem gibt, so lieben und solches Vertrauen zu ihm fassen, daß wir, wenn die Zeit kommt und da ist—aber wirklich erst dann!—auch mit Liebe, Vertrauen und Freude zu ihm gehen. Aber—um es deutlich zu sagen—daß ein Mensch in den Armen seiner Frau sich nach dem Jenseits sehnen soll, das ist milde gesagt eine Geschmacklosigkeit und jedenfalls nicht Gottes Wille.

das Allerletzte (adj as noun) very last thing
die Freude joy
die Geschmacklosigkeit tastelessness
das Gute (adj as noun) what is good
die Heimat home
das Jenseits the hereafter
die Liebe love
Sichselbstbemitleiden self-pity
das Vertrauen trust
das Wesentliche (adj as noun) essential
die Zeit time

betreffen, bettrifft (3 sg) concern, affect
dürfen, darf (3 sg) must
fassen take hold of, grasp
lieben love
sagen, sagte, gesagt say
sehnen long for
vergessen forget
verfallen decline, fall into, sink into

arm poor
deutlich clearly, plainly
erst first; i.e., only then and not before
gern gladly
jedenfalls in any case
nie never
schließlich finally

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Maria’s Diary (Tagebuch) Nov 27, 1942

Warum bin ich in diesen Tagen plötzlich so froh? Einmal sicher, weil ich jetzt all Grübeleien, Erwägungen und quälenden Gedanken auf ein Später verschieben kann. Aber solch ein «verschoben» kann doch nicht so befreien. Seit ich mit Mutter telefonisch über ihr Zusammensein mit Dietrich sprach, ist es mir, als könne ich wieder frei atmen. Daß er auf Mutter einen gewissen Eindruck gemacht hat, ist ja klar. Es kann ja gar nicht anders sein.—

Das Überwältigende ist und bleibt, daß er mich wirklich heiraten will; ich kann es ja noch immer nicht verstehen, daß das möglich ist.

Tagebuch, Dec 19, 1942

Ich habe gemeint, daß das Nach-Hausekommen vielleicht das Einzige wäre, das meinem Entschluß zum Wanken bringen könnte. Immer glaubte ich doch noch unter dem Einfluß von Großmutter oder noch mehr von einer eigenen übersteigerten und unwahrhaften Idee zu stehen. Aber so ist est nicht.—Das Innerste und Eigentliche steht fest—auch ohne Liebe für ihn. Aber ich weiß, daß ich ihn lieben werde.—

Ach, es gibt so viele äußerliche Gegengründe.—Er ist für sein Alter alt und weise, ist wohl ein rechter Gelehrtentyp. Wie werde ich mit meiner Freude für Tanz, Reiten, Sport, Vergnügen all dies entbehren können . . . Mutter sagt, er sei ein Idealist und überlege sich das nicht so genau. Das glaube ich nicht. . . .

das Alter age
der Eindruck impression
die Erwägung consideration
der Gegengründ reason against
der Gelehrtentyp scholarly type
die Grübelei brooding
das Reiten horseback riding
das Später future, later time
der Tanz dance
das Vergnügen fun, enjoyment, pleasure
das Zusammensein being together

atmen breathe
befreien set free, exempt
entbehren do without, dispense with
heiraten marry; mich heiraten will wants to marry me
meinen think
quälen torment
überlegen consider
übersteigern climb over, exceed
überwältigen overpower, overwhelm
verschieben, verschoben (ppc) postpone

äußerlich outer
froh happy
genau exact
gewiß (gewissen) certain
plötzlich suddenly
quälend tormenting
unwahrhaft untrue
weise wise

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It gave Dietrich Bonhoeffer great amusement that his first encounter with Maria von Wedemeyer was in a confirmation class which she failed. A few years later when her grandmother became ill, the  young pastor was very diligent in his visitation of the sick. The grandmother encouraged the developing relationship between Dietrich and Maria.  The two became engaged in January, 1943, but did not announce it publicly in deferences to her mother, because both mother and daughter were officially in mourning for Maria’s father and brother.

Dietrich was twice Maria’s age at the time of their engagement. I will be posting a few of their exchanges in the coming days.

Beginning students of German are taught the difference between the intimate “Du” and the formal “Sie.” The best rule on which to use, is to follow the lead of native speakers. If you go to a German-speaking country and begin to become friends with a native speaker, use “Sie” until the Deutscher/Deutsche addresses you as “Du.”

German society may be more informal now than it was sixty years ago, and some groups, such as fellow students or workers, routinely use the “Du” form. The rule of following the lead of a native speaker is still safe.

Maria followed Dietrich’s lead in switching from formal to more intimate forms of address in their exchange of letters:

[Nov 11, 1942] Lieber Pastor Bonhoeffer!
. . .
Mit herzlichen Grüßen Ihre Maria Wedemeyer

[Nov 13, 1942] Liebes Fräulein von Wedemeyer,
Ich danke Ihnen dafür [i.e. her letter] von Herzen . . .
Es grüßt Sie herzlich und mit vielen guten Wünschen
Ihr Dietrich Bonhoeffer
[Jan 13, 1943 in answer to his proposal]

Lieber Herr Pastor Bonhoeffer!
. . .
Ich kann Ihnen heute ein von ganzem und frohem Herzen kommendes Ja sagen.
. . .
Von Herzen möchte ich Ihnen danken für das, was Sie in dieser Zeit für mich getan haben.
. . .
Ihre Maria

[Jan 17, 1943] Liebe Maria! . . .
Liebe Maria, ich danke Dir für Dein Wort . . . Mit Deinem Ja kann ich nun ruhig warten . . . Ich verstehe . . . daß es für Dich nicht leicht sein kann, zu mir Ja zu sagen, und ich werde das nie vergessen–und es ist dieses Dein Ja, das mir allein Mut geben kann . . .
Dein treuer Dietrich

[July 30, 1943] Meine liebste, gute Maria!

[Aug 2, 1943] Mein lieber, lieber Dietrich!

[Aug 9, 1943] Mein sehr lieber Dietrich! . . . Ich hab Dich lieb, Deine Maria

[Aug 15, 1943] Mein liebster Dietrich! . . . In sehnsüchtiger Lieber
Deine Maria

[Aug 20, 1943] Meine Liebste Maria! . . . Immer dein Dietrich

[Aug 23, 1943] Mein geliebtes Du! . . . Ich danke Dir für das, was Du mir bist Deine Maria

[Sep 2, 1943] Du, mein lieber Dietrich! . . . von Deiner Maria

[Sep 5, 1943] Mein geliebter Dietrich! . . . Bleib Du bei mir. Ich bleibe immer bei Dir
Deine Maria

  • [Selections from Brautbriefe Zelle 92: Dietrich Bonhoeffer Maria von Wedemeyer 1943-1945 5. Auflage (München: Beck, 2006)

The vocabulary of love is not too complicated:

der Mut courage
bleiben
remain
grüßen greet
ruhig warten wait quietly, in peace
vergessen forget
tun do; getan haben have done
froh happy, joyful
sehnsüchtig longing (adj), ardent

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MORGENGEBET
(Weihnachten, 1943)

Dreininiger Gott,
Mein Schöpfer und mein Heiland,
Dir gehört dieser Tag.
Meine Zeit steht in deinen Händen.

Heiliger, barmherziger Gott,
Mein Schöpfer und mein Heiland,
Mein Richter und mein Erretter,
Du kenn
st mich und all mein Tun.
Du haßt und strafst das Böse in dieser und
Jener Welt ohne Ansehen der Person,
Du vergibst Sünden dem,
Der Dich aufrichtig darum bittet,
Du liebst das Gute und lohnst es auf dieser
Erde mit einem getrosten Gewissen
Und in der künftigen Welt
Mit der Krone der Gerechtigkeit.

das Ansehen appearance; Ansehen der Person respect of person
der Erretter Savior, Rescuer
die Gerechtigkeit
justice, righteousness
das Gewissen
conscience
das Gute
the good
der Heiland
Savior, Redeemer
der Richter judge
der Schöpfer creator
die Sünde
sin
das Tun
deed, doing; all mein Tun everything I do

bitten ask, pray
gehören belong
hassen hate
lohnen reward
stehen
stand, stay, remain, (equiv of “to be”)
strafen punish
vergeben (vergibst 2 sg) forgive

aufrichtig upright/ly, sincere/ly
barmherzig merciful
darum for it
dieser und jener Welt this world and the next
dreininiger three-in-one
künftig future

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MORGENGEBET
(Weihnachten, 1943)

Heiliger Geist,
Gib mir den Glauben, der mich vor
Verzweiflung, Süchten und Laster rettet,
Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
Die allen Haß und Bitterkeit vertilgt,
Gib mir die Hoffnung, die mich befreit von
Furcht und Verzagtheit.

Lehre mich Jesus Christus erkennen
und seinen Willen tun.

die Furcht fear
der Geist
Spirit
der Glaube faith
der Haß hate, hatred

  • heilig holy

die Hoffnung hope
da
s Laster vice
die Liebe love
die Sucht, pl Süchte addiction, obssession
die Verzagtheit despair, despondancy
die Verzweiflung despair, desperation

befreien free, liberate
erkennen recognize

geben (impv gib) give
lehren teach

retten save, rescue; vor from
vertilgen
destroy

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Number 15 of 17 (For full text and audio, go to Radio Vaticana)

AP: Ja, das klingt in der Tat jetzt nicht mehr ganz so schwierig. Ist es nicht so, Herr Professor Moltmann, dass der Mensch sich weniger schwer täte mit dem Glauben, wenn mehr Beweise der Gegenwart Gottes – wie sie etwa der Hl. Thomas gefordert hat auch effektiv sichtbar würden?

JM: Würden Sie Ihre Frau mehr lieben, wenn sie mehr Beweise fordern könnten? Nein. Es gehört zur Liebe dazu, dass man keine Beweise braucht. Das Vertrauen muss ein volles Vertrauen sein. Beweise gehören zur Kontrolle. Gott ist nicht nur unsere Hoffnung, sondern wir haben auch das Gefühl, das wir die Hoffnung Gottes sind auf dieser Erde. Gott hofft auf uns. Wir sind Gottes Utopie.

der Beweis evidence
die Frau wife

das Gefühl feeling
die Gegenwart presence
die Tat act, deed, fact; in der Tat as a matter of fact, in fact
das Vertrauen (inf as noun) trust

brauchen need
fordern demand
gehören belong, pertain to
hoffen hope
klingen sound
könnten (cond of können) could
lieben love
sich schwer täte (cond of tun) mit would have difficulty with
würden (cond of werden) would
dazu to that; also, as well
ganz whole/ly, entire/ly, complete/ly
Hl. (Heilige) holy, Saint
jetzt now
mehr more
schwer heavy, serious, powerful, difficult
schwierig difficult
sichtbar visible
weniger less

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Moltmann 14 (trinity)

Number 14 of 17 (For full text and audio, go to Radio Vaticana)

AP: Trinitätstheologie: ein weiteres großes Thema, mit dem Sie sich befaßt haben. Aber auch wieder ein Thema, das ­ zumal für Laien – ganz besonders schwierig ist.

JM: Trinitätstheologie mag schwierig sein, aber christlicher Glaube ist von Anfang an ein trinitarischer Glaube. In der Gemeinschaft mit Jesus, dem Sohn Gottes, bete ich «Abba, lieber Vater», und erfahre die Kräfte des Lebens, die Kräfte des Heiligen Geistes. So ist christlicher Glaube von Anfang an auf Gott den Vater, Christus den Sohn und den Heiligen Geist als Geist des Lebens ausgerichtet. Und das erfahren wir, wenn immer wir in der Christusgemeinschaft an Gott glauben. Es ist also ganz einfach, man kann es allerdings etwas komplizierter und schwieriger ausdrücken. Eigentlich ist dieses trinitarische Denken ein einfaches Denken: Ich lebe in Gott, Gott lebt in mir, wenn immer ich in der Liebe lebe. Dieses gegenseitige Einwohnen Gottes in uns, wir in Gott, Christus in Gott, Gott in Christus: das ist das trinitarische Denken, ein Denken der Liebe.

der Anfang beginning; von Anfang an from the beginning on, from the very beginning
das Denken thinking, thought
das Einwohnen indwelling
der Geist spirit
die Gemeinschaft fellowship
die Kraft, Kräfte power, strength
der Laie, die Laien layman
die Liebe love

ausdrücken express
ausrichten (ppc ausgerichtet ) line up, align, organize
befaßen concern (oneself)
beten pray
erfahren experience
leben live
mag sein may be (mögen)

allerdings admittedly, certainly
auf on, in
besonders especially
christlich Christian
eigentlich really
einfach simple
ganz whole, complete/ly, entire/ly
gegenseitig mutual, reciprocal
heilig holy
kompliziert complicated; komplizierter (compv) more complicated
lieber dear
schwierig difficult; schwieriger (compv) more difficult
weiter further
zumal especially

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