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Posts Tagged ‘Luther’

1. Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: “Tut Buße” usw. (Matth. 4,17), hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

From Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).  See also the many resources on the English version of EKD.

Ich bin würdig gewesen, daß mich Gott, mien Schöpfer, aus Nichts geschaffen hat und in meiner Mutter Leib gebildet.

Ich bin würdig gewesen, daß mich Gott durch seines eingeborenen Sohnes Tod erlöst hat.

Ich bin für würdig erachtet, daß der Heilige Geist mich über Christus, Gottes Sohn, belehrt hat und Lust und Liebe zum Evangelium in mein Herz gegeben hat.

Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade, so gewiü, daß er tausendmal dafür sterben würde.  Und solche Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnad macht fröhlich, trotzig und lustig gegen Gott und alle Kreaturen; das wirkt der Heilige Geist im Glauben.

(Martin Luther, Evangelische Gesangbuch).

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March 9, 1944 to Eberhard Bethge, from Tegel

Ich habe noch nicht auf Deine Gedanken über Michelangelo – Burckhardt – “hilaritas” geantwortet. Es leuchtet mit einerseits ein, jedenfalls was Burckhardts Thesen angeht. Anderseits darf man die hilaritas nicht nur als die klassische Heiterkeit (Raffael, Mozart) verstehen; auch- ein paar Namen zu nennen- Walther von der Vogelweide, der Bamberger Reiter, Luther, Lessing, Rubens, Hugo Wolf, K. Barth haben etwas von der hilaritas, die ich auch als

Zuversicht zum eigenen Werk, als Kühnheit und Herausforderung der Welt und des vulgären Urteils, als feste Gewißheit, der Welt mit dem eigenen Werk, auch wenn es ihr nicht gefällt, etwas Gutes zu erweisen, als hochgemute Selbstgewißheit

beschreiben möchte.

Ich gebe zu, daß Michelangelo, oder auch Rembrandt, – und mit Abstand – Kierkegaard, Nietzsche auf ganz anderer Linie liegen als die vorher genannten.

Es liegt etwas weniger Thetiches, Evidentes, Abgeschlossenes in ihren Werken, etwas weniger Überwundenes, weniger Abstand von sich selbst und Humor. Trotzdem würde ich auf einige von ihnen den Begriff der hilaritas in dem beschriebenen Sinne anwenden, als notwendige Attribut der Größe.

Hier liegt die – vermutlich bewußte – Schranke Burckhardts.

der Abstand distance, difference

das Abgeschlossen isolated thing

der Gedanke thought

das Größe greatness

die Heiterkeit cheerfulness

die Herausforderung challenge

die Kühnheit boldness

die Linie line

die Schranke barrier, limit

Thetich assertive (?)

das Überwunden (inf) overcoming

das Urteil judgment, opinion

die Zuversicht confidence

angehen begin, engageantworten, geantworten answer

anwenden use, apply

einleuchten be clear

erweisen prove

nennen call

verstehen understand

beschrieben described, specified

bewußt conscious

trotzdem nevertheless

vermutlich presumable/ly

hilaritas Latin, cheerfulness; from Greek hilaros.

Jacob Burckhardt, Swiss art and culture historian (bio here), author of The Civilisation of the Period of the Renaissance in Italy (google books here). Bryn Mawr review essay here.

der Bamberger Reiter The Knight of Bamberg; famous statueof a rider on horse from the Cathedral of St. Peter and St. George at Bamberg, ca. 1215 photo.

Gotthold Ephraim Lessing literary genius of the Enlightenment, wrote dramas and drama criticism (Hamburgische Dramaturgie). His Laocoon:: An Essay on the Limits of Painting and Poetry inspired Goethe. (Bio, Wikipedie).

Peter Paul Rubens, Flemish painter 1577-1640, catalog of online paintings here.

Walther von der Vogelweide (ca 1170-1230) “belongs to the remarkable flowering in German literature at the end of the 12th century and in the first decades of the 13th century” (Literary Encyclopedia). Wikipedia article includes an excerpt from “Unter den Linden” with a translation, here. The full poem, untranslated (and with popup ads!) is available here.

Hugo Wolf (1860-1903) Austrian composer.

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Heute ist Reformationsfest, ein Tag, der einen* gerade in unseren Zeiten wieder sehr nachdenklich machen kann. Man fragt sich, warum aus Luthers Tat Folgen entstehen mußten, die genau das Gegenteil von dem waren, was er wollte, und die ihm selbst seine letzten Lebensjahre verdüstert haben und ihm manchmal sogar sein Lebenswerk fraglich werden ließen. Er wollte eine echte Einheit der Kirche und des Abendlandes, d.h. der christlichen Völker, und die Folge war der Zerfall der Kirche und Europas; er wollte die “Freiheit des Christenmenschen” und die Folge war Gleichgültigkeit und Verwilderung; er wollte die Aufrichtung einer echten weltlichen Gesellschaftsordnung ohne klerikale Bevormundung und das Ergebnis war die Aufruh schon in Bauernkrieg und bald danach die allmähliche Auflösung aller** echten Bindungen und Ordnungen des Lebens.

*einen accusative; einen nachdenklich machen make one thoughtful

**aller echten Bindungen und Ordnungen (genitive pl: “of all genuine bonds and rules”)

das Abendland the West
die Auflösung dissolving, disintegration
die Aufrichtung establishment
der Aufruhr revolt
der Bauernkrieg peasant war
die Bevormundung treating like a child (transl: interference or control)
die Bindung bond, relationship
das Ergebnis result, outcome
die Folge result, consequence
das Gegenteil opposite
die Gesellschaftsordnung social order
die Gleichgültigkeit indifference
das Lebensjahr (-e pl) years of life
das Lebenswerk life’s work
die Tat deed, action
die Verwilderung
running wild
das Volk/Völker people, nation
der Zerfall disintegration, decay

d.h. das heißt that is called (equiv of “i.e.”, id est, that is)
entstehen result, arise
lassen/ließ let, allow
verdüstern
darken, make gloomy

bald almost
danach afterward, accordingly
echt genuine
genau exact(ly)
gerade straight, directly, especially
manchmal sometimes
nachdenklich thoughtful
weltlich secular

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