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Posts Tagged ‘psychotherapy’

8 June 1944 to Eberhard Bethge from Tegel (3)

By the disparaging reference to “Methodism,” Bonhoeffer has in mind the religious manipulation of emotions to bring sinners to their knees.  He calls those existential philosophies and forms of psychotherapy designed to convince happy, well-adjusted people that they are really dysfunctional and despairing “secularized Methodism.”

Wo Gesundheit, Kraft, Sicherheit, Einfachheit ist, dort wittern sie eine süße Frucht, an der sie nagen oder in die sie ihre verderblichen Eier legen.  Sie legen es darauf an, den Menschen erst einmal in innere Verzweiflung zu treiben und dann haben sie gewonnene Spiel.  Das ist säkularisierter Methodismus.

Und wen erreicht er? eine kleine Zahl von Intellektuellen, von Degenerierten, von solchen, die sich selbt für das Wichtigste auf der Welt halten und sich daher gern mit sich selbt beschäftigen.

Der einfache Mann, der sein tägliches Leben in Arbeit und Familie und gewiß auch mit allerlei Seitensprüngen zubringt, wird nicht getroffen.  Er hat weder Zeit noch Lust, sich mit seiner existenziellen Verzweiflung zu befassen und sein vielleicht bescheidenes Glück unter dem Aspekt der “Not”, der “Sorge”, des “Unheils” zu betrachten.

Hauptwörter

die Arbeit work
das Ei egg
die Einfachheit simplicity
die Familie family
die Frucht fruit
die Gesundheit health
das Glück fortune, luck, happiness
die Kraft strength
die Lust joy, desire
die Not need
der Seitensprung -üng (pl) escapade, pursuit on the side
Sicherheit assurance, security, certainty
die Sorge care, worry
das Spiel game
das Unheil disaster, doom (cf. das Heil well being, salvation)
die Verzweiflung despair
die Zahl number
die Zeit time

Zeitwörter

anlegen put on, apply, attach, lay in
befassen sich engage, involve, occupy oneself; pay attention
beschäftigen sich occupy oneself, be preoccupied with

betrachten regard, consider
erreichen reach, achieve
gewinnen, gewonnen win, won
gewonnene Spiel the game won
halten consider, regard
legen lay
nagen gnaw
treiben in drive to
treffen, getroffen meet, encounter
wittern scent, suspect
zubringen spend

Andere Wörter

allerlei all kinds of
bescheiden modest
daher therefore
darauf on this
dort there
einfach simple
erst einmal for starters, first
gern gladly (with verbs, translate “like to do X”)
gewiß certain
süß sweet
verderblich perishable, ruinous, corrupting
weder . . . noch neither . . . nor
wichtig important, das Wichtigste the most important thing

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8 June 1944 to Eberhard Bethge from Tegel (2)

Katholische und protestantische Geschichtsbetrachtung sind sich nun darüber einig, daß in dieser Entwicklung der große Abfall von Gott, von Christus, zu sehen sei, und je mehr sie Gott und Christus gegen diese Entwicklung in Anspruch nimmt und ausspielt, desto mehr versteht sich diese Entwicklung selbst als antichristlich.

Die zum Bewußtsein ihrer selbst und ihrer Lebensgesetze gekommene Welt ist ihrer selbst in einer Weiser sicher, daß uns das unheimlich wird; Fehlentwicklungen und Mißerfolge vermägen die Welt an der Notwendigkeit ihres Weges und ihrer Entwicklung doch nicht irre zu machen; sie werden mit männlicher Nüchternheit in Kauf genommen, und selbst ein Ereignis wie dieser Krieg macht darin keine Ausnahme.

Gegen diese Selbstsicherheit ist nun die christliche Apologetik in verschiedensten Formen auf den Plan getreten.  Man versucht der mündig gewordenen Welt zu beweisen, daß sie ohne den Vormund “Gott” nicht leben könne.

Wenn man auch in allen weltlichen Fragen schon kapituliert hat, so bleiben doch immer die sogenannten “letzten Fragen”-Tod, Schuld,–auf die nur “Gott eine Antwort geben kann und um derentwillen man Gott und die Kirche und den Pfarrer braucht.  Wir leben also giwissermaßen von diesen sogenannten letzten Fragen der Menschen.

Wie aber, wenn sie eines Tages nicht mehr als solche da sind, bzw. wenn auch sie “ohne Gott” beantwortet werden?  Nun kommen zwar die säkularisierten Ableger der christlichen Theologie, nämlich die Existenzphilosophen und die Psychotherapeuten, und weisen dem sicheren, zufriedenen, glücklichen Menschen nach, daß er in Wirklichkeit unglücklich und verzweifelt sei und das nur nicht wahrhaben wolle, daß er sich in einer Not befinde, von der er garnichts wisse und aus der nur sie ihn retten könnten.

Hauptwörter

der Abfall apostasy, falling away
der Ableger branch, offshoot
der Anspruch claim;
in Anspruch nehmen absorb, engage, lay claim to
die Ausnahme exception
das Buwußtsein awareness, consciousness
die Einfachheit straightforwardness, simplicity
die Entwicklung development
die Ereignis event
die Fehlentwicklung aberration, undesirable development
Geschichtsbetrachtung historical interpretation, approach
der Kauf acquisition; in Kauf genommen accept
das Lebensgesetz law of life
der Mißerfolge failure, breakdown
die Not need
die Notwendigkeit necessity
die Nuchterheit sobriety, austerity
der Pfarrer pastor
der Plan plan, program
die Schuld guilt
Selbstsicherheit self assurance
der Tod death
der Vormund custodian, guardian
der Weg way
dieWeise mode, manner
die Welt world

Zeitwörter

ausspielen play off gegen against
beantworten answer
befinden sich be located
beweisen attest, prove

bleiben remain
brauchen need
da sein exist
nachweisen demonstrate, prove
nehmen, nimmt, genommen take
leben live
können can, be able
retten rescue
treten auf step on
vermögen be able to do something
verstehen understand;
versuchen attempt
nicht wahrhaben wollen disavow
weisen point, show
wissen know

Andere Wörter

bzw. beziehungsweise rather, respectively
darin therein, in it, to that
darüber about it, about this
derentwillen for the sake of which/whom
einig agreed
gegen against
gewissermaßen effectively, to some extent
geworden that has become
glücklich happy
irre mad, insane, mistaken
je mehr . . . desto mehr the more X. . . so much the more Y
letzten Fragen ultimate questions
mündig mature, of age, responsible
sicher certain, secure
sogenant so-called
unheimlich eerie, weird, sinister
verschieden various
verzweifelt despairing
zufrieden content
zwar although, indeed

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