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Posts Tagged ‘Theology’

More than Fascination

The wonder in theology that leads to concern is more than the fascination which Barth describes here.

Sicher is auch Bewunderung eine theologisch nicht unerhebliche, vielleicht aussichtsreiche Sache.  Mit Bewunderung hat einst J.G. Herder die Bibel als Dokument altorientalischer Poesie gelesen und gedeutet: nach langen Jahrzehnten einer reichlich trockenen Aufklärung eine für Viele höchst anregende, ja aufregende Möglichkeit.  Zur Bewunderung des Phänomens der Religion überhaupt hat dann der junge Schlieermacher die Gebildeten unter ihren Verächtern aufrufen wollen.

Bewunderung jedenfalls der Propheten und Psalmen als der Höhepunkte der Welt des Alten Testaments war ein Jahrhundert später das, was uns damals Junge in den Werken eines B. Duhm, eines H. Gunkel mächtig angesprochen hat.  Wie damals (in den Spuren von Th. Carlyle) Paul Wernle die menschliche Person Jesu, mit einigen Vorbehalten auch den Apostel Paulus, die Reformatoren und eine Fülle anderer, ihm selbst irgendwie kongenialer Gestalten der Kirchengeschichte zu bewundern wusste, das hat ihn zu einem seinen Schülern zeitlebens unvergesslichen Lehrer gemacht.

Und als fascinosum hat uns ja auch R. Otto das “Heilige” eindrücklich genug zu veranschaulichen gewusst.  Es ging wohl bei diesen Allen um mehr als nur um “Bewunderung”.

War es doch nicht umsonst der bereits darüber hinausweisende Begriff des “Erlebens” (von W. Hermann u.A auf den Leuchter gehoben), der um 1910 in unser aller Munder war.  Aber wie dem auch sei: eben beim blossen Bewundern kann und darf es in der Theologie, soll sie eine ernsthafte Sache sein, auf keinen Fall bleiben.

Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie 6. Auflage 2006 (Theologischer Verlag Zürich), 83-84. Used by permission.

Hauptwörter

das Bewundern (inf as noun) admiring
die Bewunderung admiration
das Erleben experience
der Gebildete cultured
der Fall case
die Fülle fullness, wealth, abundance
die Höhepunkte peak, highlight
die Möglichkeit possibility
der Mund mouth
die Sache thing, subject, concern
die Spur print, track, trace
der Verächter despiser
das Vorbehalten (inf as noun) reserving

Zeitwörter

ansprechen, angesprochen speak to, appeal to
anregen stimulate, encourage
aufregen excite, annoy
aufrufen call on
deuten, gedeutet interpret, read

hinaus/weisen show out, point beyond
lesen, gelesen read
veranschaulichen illustrate

Andere Wörter

aussichtreich promising
bei with, in the works of
beim (bei dem)
bereits already
bloß bare, mere, alone
damals then, in those days
eindrücklich impressive
ernsthaft serious
genug enough
gewußt known
jedenfalls in any case
reichlich abundant
trocken dry
umsonst for nothing, in vain, free of charge
unerheblich insignificant
unvergeßlich unforgettable
sicher certain, certainloy
zeitlebens lifelong

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Wonder

Am Anfang alles theologischen Wahrnehmens, Forschens und Denkens — und nicht zuletzt auch jedes theologischen Wortes steht nämlich, wenn da bescheidene, freie, kritische und dann auch fröhliche Wissenschaft Ereignis sein und immer neu werden soll, eine ganz spezifische Verwunderung.

Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie 6. Auflage 2006 (Theologischer Verlag Zürich), 72. Used by permission.

Hauptwörter

der Anfang beginning
das Denken thought
das Ereignis event
das Forschen research
die Verwunderung wonder, astonishment
das Wahrnehmen perception, notice
die Wissenschaft science, academic discipline

Andere Wörter

bescheiden modest
frei free
fröhlich happy
kritisch critical
nämlich namely, for
zuletzt last

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Let it Be

Wie kommt die Theologie dazu, Theologie, menschliche Logik des göttlichen Logos zu sein?

Antwort: Sie kommt gar nicht dazu.  Es kann ihr aber widerfahren, dass dieser Geist zu ihr und über sie kommt, und dass sie sich dann seiner nicht erwehrt, sich seiner aber auch nicht bemöchtigt, sondern nur eben freut, ihm nur eben Folge leistet.

Ungeistliche Theologie wäre, ob sie auf Kanzeln oder Kathedern oder auf gedrucktem Papier oder in „Gesprächen‟ unter alten und jungen theologen ihr Wesen treibt, eines der grässlichsten unter allen grässlichen Phänomenen dieses Eerdentals: ihr gegenüber die Werke auch des übelsten politischen Leitartiklers, ihr gegenüber die schlestesten Romane oder Filme, auch der ärgste nächtliche Unfug der Halbstarken immer noch weniger schlimm.

Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie 6. Auflage 2006 (Theologischer Verlag Zürich), 65. Used by permission.

Hauptwörter

Erdental (Erde + Tal) earthly vale
-die Erde earth
-das Tal vale, valley
die Folge consequence
das Gespräch conversation
der Halbstarke (slang) teenager, kid
die Kanzel pulpit
das Katheder teacher’s desk
der Leitartikler journalist
der Unfug mischief, nonsense
das Wesen essence, nature

Zeitwörter

bemächtigen usurp, take possession of
erwehren resist (with genitive)
freuen rejoice

leisten manage
treiben drive, lead, hold (a conversation)
widerfahren befall, happen to

Andere Wörter

ärgst worst (arg bad)
dazu to this point
gegenüber compared to
gedruckt printed
grässlich ghastly, horrible
immer noch weniger schlimm never as bad
nächtlich nocturnal
übel evil
über over
unter under, among
zu to, for

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Sofern er in ihm auch der Wahrheitsfrage gegenüber verantwortlich ist, ist jeder Christ als solcher auch zum Theologen berufen.

. . .

Es ist immer ein bedenkliches Phänomen, wenn man etwa leitende Kirchenmänner (mit oder ohne Bischofskreuz) oder auch gewisse feurige Evangelisten oder Prediger oder gut meinende Kämpfer für dieses oder jenes praktische christliche Anliegen wohlgemut und wohl auch ein bisschen wegwerfend versichern hört, Theologie sei nun eben nicht ihre Sache: I am not a theologian, I am an administrator! Und eben so schlimm ist die Tatsache, dass nicht wenige Pfarrer, nach ihren Studienjahren in die Routine des praktischen Dienstes übergegange, der Meinung zu sein scheinen, sie dürften die Theologie als eine für sie erledigte Bemühung hinter sich lassen wie der Schmetterling seine Raupengestalt.

Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie 6. Auflage 2006 (Theologischer Verlag Zürich), 48-49. Used by permission.

Hauptwörter

das Anliegen concern
die Bemühung effort, trouble
das Bischofskreuz the bishop’s cross
der Dienst service, duty, ministry
der Evangeliste evangelist
der Kämpfer fighter, campaigner
der Kirchenman church man
der Pfarrer pastor
der Prediger preacher
die Raupengestalt caterpiller form
°die Raupe caterpiller
die Sache concern, subject
der Schmetterling butterfly
die Tatsache
fact, case
der Theologe theologian
die Wahrheitsfrage
question of truth; quest for truth

idiomatische Ausdrücke

der Meinung zu sein scheinen seem to be of the opinion
in ihm
in his or her life as a witness (from previous sentence)
zum Theologen berufen
called to be a theologian

Zeitwörter

berufen call, summons
übergehen (-gegang) exchange A for B
versichern declare; v. sich insure
wegwerfern throw away

Andere Wörter

bedenklich dubious, critical, dangerous
ein bißchen a little bit
erledigt settle, finish
feurig fiery
gegenüber in view of (here following the noun in the dative case)
gewiß certain, in a sense
gut meinende well meaning
hinter behind
jeder/es/e each, every
jener/es/e that
leitend leading
schlimm bad
sofern as far as, if, provided that
verantwortlich responsible
wegwerfernd disparaging/ly
wohlgemut cheerful/ly

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Wir versuchen es jetzt, das Ereignis evangelischer Theologie zu umschreiben …

  1. Sich als den einen wahren Gott von den anderen zu unterscheiden und auszuzeichnen, kann immer nur seine Tat sein, die als solche von keiner menschlichen Wissenschaft—auch nicht von einer gerade ihm zugewendeten Theologie—nachvollzogen werden kann. …  Sie kann ihr Recht nur davon erwaten, dass Gott sie ins Recht setz.  Sie kann nur ihm, nicht sich selbst, die Ehre geben.  Evangelische Theologie ist, eben von ihrem Gegenstand dazu bestimmt, bescheidene Wissenschaft.
  2. Evangelische theologie arbeitet mit drei untergeordneten Voraussetzungen, nämlich (a) allgemein mit dem Ereignis der menschlichen Existenz in ihrer unauflöslichen Dialektik, die sie mit der Selbstkundgebung Gottes im Evangelium konfrontiert sieht, (b) im Besonderen: mit dem Glauben von solchen Menschen, denen es gegeben ist und die dazu willig und bereit sind, diese Selbstkundgebung Gottes als auch und als gerade für sie geschehen zu anerkennen, zu erkennen und sich zu ihr zu bekennen, (c) allgemein und besonders: mit der Vernunft, d.h. mit dem Wahrnehmungs-, Urteils- und Sprach-vermögen aller und so auch der glaubenden Menschen …  Das heisst nun aber nicht, dass es ihr geboten oder auch nur erlaubt wäre, an Stelle Gottes die menschliche Existenz oder den Glauben oder des Menschen geistiges Vermögen (auch wenn zu diesem auch ein besonderes religiöses Vermögen—ein “Religiöses Aprior”—gehören sollte) zu ihrem Gegenstand und Thema zu machen…
  3. Der Gegenstand evengelischer Theologie ist Gott in der Geschichte seiner Taten.  In ihr gibt er sich selbst kund.  In ihr ist er aber auch der, der er ist. . . Er, der Gott des Evangeliums, ist also weder ein Ding, eine Sache, ein Objekt, noch eine Idee, ein Prinzip, eine Wahrheit oder eine Summe von vielen Wahrheiten…
  4. Der Gott des Evangeliums ist kein einsamer, sich selbst genügender und in sich selbst verschlossener, kein “absoluter (zu deutsch: kein von Allem, was nicht er selbst ist, gelöster) Gott.  Er ist aber auch nicht der Gefangene seiner Majestät, nicht daran gebunden, nur eben der oder das “ganz Andere” zu sein.  Der Gott Schleiermachers kann sich nicht erbarmen.  Der Gott des Evangeliums kann und tut es.  Wie er in sich selbst der Eine ist in der Einheit seines Lebens als Vater, Sohn und Heiliger Geist, so ist er im Verhältnis zu der von ihm verschiedenen Wirklichkeit de iure und de facto frei dazu, nicht neben dem Menschen, aber auch nicht bloss über ihm, sondern bei und mit ihm und vor allem: für ihn Gott zu sein: nicht nur als sein Herr, sondern auch als sein Vater, Bruder und Freund—sein, des Menschen, Gott—  …

Evangelische Theologie hat es mit dem Immanuel, Gott mit uns! zu tun.

Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie 6. Auflage 2006 (Theologischer Verlag Zürich), 12-18. Used by permission.

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Hauptwörter

der Andere other
der Bruder brother
das Ding thing
die Ehre honor, glory
die Einheit unit
das Ereignis event
der Freund friend
der Gefangene prisoner
der Gegenstand subject, object of study
die Geschichte history
der Glaube faith
der Herr Lord, Master
die Sache thing, object, matter
die Selbstkundgebung self-proclamation
die Sprache speech
das Sprach-Vermögen capacity for speech
die Stelle place
die Tat deed
das Urteil judgment
das Urteils-Vermögen capacity of judgment
der Vater father
das Verhältnis proportion, relation, relationship
das Vermögen ability, capacity, property
die Vernunft reason
die Voraussetzung condition, requirement, assumption
die Wahrheit truth
die Wahrnehmnung perception, observation
das Wahrnehmungs-Vermögen capacity of perception
die Wirklichkeit reality
die Wissenschaft science

Zeitwörter

anerkennen acknowledge, appreciate
arbeiten work
auszeichnen distinguish, honor

bekennen confess
bestimmen determine
erbarmen sich take pity on
erkennen recognize, identify
erlauben allow, permit
erwarten await, expect
gebieten command
gehören belong to, pertain to
geschehen happen
heißen (heissen) be called
kund/geben announce, proclaim
nachvollzogen
sehen, sieht see
setzen set,recht setzen make right
sollen, sollte should
umschreiben outline, describe
wenden (zugewendet) turn

Andere Wörter

allgemein mit in common with
bescheiden modest
besonders especially
bestimmt determined, certain
bereit ready
bloss bare, mere
davon from that, from this, from the following
dazu for that, for this, for the following
einsam lonely, isolated
frei free
ganz complete/ly, total/ly
geboten commanded
gebunden bound
gelöst relaxed
genügend satisfactory
im Besonderen especially
neben near
unauflöslich insoluable
untergeordnet subordinate, secondary
verschieden different
verschlossen shut, closed
wahr true
willig willing

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Faust

 Quote of the week
Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar . . .

 

das Bemühen effort, trouble, labor
die Juristerei law
der Tor fool (old, literary)

arm poor
da there, or here
durchaus thoroughly (elsewhere ‘absolutely, definitely’)
gar is a “flavoring particle;” here it expresses irony
heiß
hot, fervent
klug clever
leider unfortunately
nun now
zuvor before

heißen to be called
stehen
stand, stay

Contracted verb forms: ich is implied with habe, steh(e), bin, and heiße
Could da steh ich nun be a parody of Luther’s hier stehe ich?

(Photo von MGF-Gymnasiums Kulmbach hier)

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